von Dr. Imke Wulfmeyer, Ausbildungsleiterin CONSENSUS Campus, Mediatorin (BAFM/BM), stellvertretende Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft für Familienmediation, Rechtsanwältin und systemische Paartherapeutin

„Oh, eine Familienmediation? Das stelle ich mir sehr schwierig vor…und dann diese Verantwortung, auch für die Kinder…ich glaube, das traue ich mir noch nicht zu.“ So oder ähnlich reagieren viele Absolventinnen und Absolventen des 120-stündigen Ausbildungslehrgangs zum zertifizierten Mediator (m/w/d), wenn ich ihnen eine Mediationsanfrage in einem Familienkonflikt weiterleiten möchte.

Dabei fühlen sie sich nach Abschluss ihrer Mediationsausbildung auf dem CONSENSUS Campus durchaus sattelfest in der Methodik der Mediation: In fünf langen Modulwochenenden in der Kleingruppe haben sie das integrierte Fünf-Phasen-Modell nicht nur ausgiebig kennengelernt, sondern sich auch in vielen Rollenspielen in der Mediatorenrolle erproben können. Das anschließende Feedback aus der Gruppe und von den Ausbildern hat ihnen geholfen, von Modul zu Modul immer kompetenter zu werden. Ihr Werkzeugkoffer an hilfreichen Kommunikationstechniken ist dank zahlreicher interaktiver Übungen gut gefüllt. Nun freuen sie sich darauf, durch echte Praxisfälle Berufserfahrung als Mediatoren zu sammeln. Warum also diese Scheu speziell vor dem Thema Familienkonflikt?

Die Familie ist eines der spannendsten und zugleich anspruchsvollsten Betätigungsfelder in der Mediation. Mehr als in allen anderen Konflikten sind die Parteien hier emotional miteinander verbunden. Fast immer sind die sachlichen Konfliktthemen nur die Spitze des Eisberges.

Um ein Vielfaches größer sind die psychodynamischen und beziehungsorientierten Konfliktanteile unter der Wasseroberfläche, die nach Aufmerksamkeit verlangen, wenn das Ergebnis dauerhaft tragen soll. Einerseits erschweren oft tiefe Verletzungen eine konstruktive Auseinandersetzung, andererseits ist meistens die Motivation für eine faire und friedliche Lösung gerade hier besonders hoch. Schließlich belastet der Familienkonflikt nicht nur die unmittelbar Beteiligten, sondern eine Eskalation oder ein Kontaktabbruch kann großes Leid über ihnen nahestehende Menschen bringen, seien es die gemeinsamen Kinder oder die alt gewordenen Eltern.

Über die mediative Grundkompetenz hinaus ist daher ein in die Tiefe gehendes Verständnis der Konfliktdynamik in Familiensystemen sowie der Ambivalenz- und Trauerphasen bei Trennung und Scheidung essentiell. Daneben werden Kenntnisse der grundlegenden rechtlichen Rahmenbedingungen in der Erb- sowie der Trennungs- und Scheidungsmediation verlangt.

Diese Kompetenzen zu vermitteln und in den Gruppensupervisionsmodulen zu festigen ist das Ziel des Vertiefungskurses Familienmediation auf dem CONSENSUS Campus. Die Familienmediation boomt – was für eine Chance für qualifizierte Mediatorinnen und Mediatoren!

Nur noch wenige Plätze frei: Wir freuen uns auf den ersten Vertiefungskurs Familienmediation auf dem CONSENSUS Campus Stuttgart!

Im Oktober starten außerdem unsere Ausbildungslehrgänge zum zertifizierten Mediator in Stuttgart, Hamburg und im virtuellen Klassenraum.