Im April startete meine Lernreise auf dem Weg zur zertifizierten Mediatorin Corona-bedingt im virtuellen Raum. Die Tatsache, dass man allein vor dem Computer saß, vergaß man jedoch schnell, dank der abwechslungsreichen, interaktiven Gestaltung des Kursauftakts.

Statt einer klassischen Kennenlernrunde, sollten sich die Teilnehmer_innen auf der digitalen Landkarte zunächst im Hinblick auf die Frage: „Woher kommt ihr?“ verorten. Dabei stellte sich heraus, dass es sich um ein sehr vielfältiges Teilnehmer_innenfeld handelt – sowohl was geographische als auch berufliche Hintergründe betrifft. Auf die darauffolgende Frage „Wohin wollt ihr?“ gab es wiederum sehr individuelle Antworten, die allerdings die Gemeinsamkeit hatten, dass alle die Motivation teilten, mehr über Mediation und Konfliktmanagement lernen zu wollen.

Genau dazu hatte unsere bunt gemischte, herzliche Gruppe in den nächsten Tagen unter der freundlichen, kompetenten Anleitung von Frau Dr. Wulfmeyer ausgiebig Gelegenheit. Nachdem eine konflikttheoretische Basis gelegt war (Welche unterschiedlichen Konfliktarten gibt es? Welche Eskalationsstufen hat eine Konflikt? u.v.m.), wurden neben den Grundprinzipien und fünf Phasen der Mediation auch viele Kommunikationstechniken, wie etwa das „Aktive Zuhören“ und das Reframing, vermittelt. Letztlich vergingen die drei Tage wie im Flug, da es neben den theoretischen Erläuterungen immer auch zahlreiche praktische Übungsmöglichkeiten gab, in deren Kontext man sein neu dazugewonnenes Wissen erproben konnte.

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung der Lernreise in Modul 2 und darauf meine Mitstreiter_innen persönlich und „live“ vor Ort in Hamburg kennenlernen zu dürfen.

Claudia Kück, Mediationsausbildung, Frühjahr 2021

Von Dr. Imke Wulfmeyer, Rechtsanwältin und Mediatorin in Hamburg und Stuttgart,
Leiterin der Mediationsausbildung CONSENSUS Campus

 

Die Trennungs- und Scheidungsmediation erlebt seit einiger Zeit einen regelrechten Boom. Hier eröffnen sich Berufschancen gerade für lebenserfahrene Menschen, die sich - z. B. nach einer Familienpause – auf dem Arbeitsmarkt neu positionieren möchten.

Als Familienmediator*innen haben sie die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zum Thema Ehe und Familie mit Kompetenzen aus ihrem ursprünglichen Beruf zu kombinieren. Eine qualitativ anspruchsvolle Mediationsausbildung mit hohem Praxisbezug ist dabei der Schlüssel zum Erfolg. Aber wie sieht nun der Arbeitsalltag einer Familienmediatorin aus?