Juristische Expertise entfaltet ihren besonderen Wert, wenn sie mit fundierter Verhandlungskompetenz verbunden wird. Denn erfolgreiche Konfliktlösung setzt nicht nur die sichere Anwendung des Rechts voraus, sondern auch die Fähigkeit, die Interessen und Bedürfnisse hinter den Positionen der Beteiligten zu erkennen. Gerade deshalb wird Schnittstellenkompetenz zunehmend relevanter und ist in der Praxis fast unumgänglich.
Als Stipendiatin hatte ich die Gelegenheit, im Rahmen der CONSENSUS Mediationsausbildung mein juristisches Profil um fundierte Kenntnisse der Konfliktanalyse, Kommunikation und Mediation zu erweitern. Diese ermöglichen es, Verhandlungen zielgerichtet zu führen, Konflikte frühzeitig zu entschärfen und Lösungen zu entwickeln, die sowohl rechtlich tragfähig als auch praktisch umsetzbar sind. Dabei sind es oft die kleinen Zwischentöne – ein Blick, eine Formulierung, eine Pause –, die einen großen Unterschied machen; in der Ausbildung wird man genau dafür sensibilisiert. Von jedem einzelnen Coach konnte ich dabei sehr viel mitnehmen und gleichzeitig den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus erweitern.
Sind die Fronten bereits verhärtet, bietet das strukturierte Mediationsverfahren einen Rahmen, um die Beteiligten auf dem Weg zu einer tragfähigen und einvernehmlichen Lösung zu begleiten. So verbindet sich juristische Fachkompetenz mit der Fähigkeit, Konflikte nicht nur rechtlich zu beurteilen, sondern auch konstruktiv zu lösen.