Ein Grundbesitzer verpachtet sein Grundstück an die Betreiberin eines Minigolfplatzes. Die schon vorhandene Minigolfanlage samt Holzhütte, Minigolfbahnen etc. wird vom Vorbesitzer an die neue Betreiberin verkauft. Am Minigolfplatz gibt es einen Starkstrom-Anschluss, der dem Grundbesitzer gehört. Dieser stellt der Betreiberin kostenlos Strom zur Verfügung. Nach 25 Jahren friedlicher Co-Existenz (Grundstückbesitzer – Minigolfbetreiberin) verstirbt die Minigolfbetreiberin, der Platz liegt zwei Jahre brach.

Die Erbin des Minigolfplatzes versucht, die Minigolfanlage an den Grundbesitzer zu verkaufen. Dieser hat jedoch kein Interesse. Andere Interessenten gibt es trotz intensiver Suche nicht.  Nachdem Grundbesitzer und Erbin sich über die weitere Verwendung des Minigolfplatzes nicht einigen können, kommt es zum Eklat.

Die Erbin lässt die Minigolfanlage und den Bauschutt abtransportieren. Durch die Bodenarbeiten mit dem Bagger wird das Starkstromkabel so in der Erde vergraben, dass es nicht mehr auffindbar ist.  Der Grundbesitzer bemerkt nur durch Zufall, dass das Starkstromkabel “verschwunden” ist. Von der Minigolfplatzbetreiberin wird er hierüber nicht informiert.
Das Schlimme ist, dass dadurch Kinder gefährdet werden, die zufällig an diesem überall frei zugänglichen Grundstück spielen.

Wer muss nun das Starkstromkabel wieder „finden lassen“ und die Kosten dafür übernehmen?

Dies hätte eine sehr interessante Mediation werden können. Jedoch war eine Partei so in ihrem Zorn gefangen, dass für sie eine Einigung überhaupt nicht in Frage kam. O-Ton: “Lieber zünde ich alles an, als dass ich denen (anderen) noch etwas überlasse.”

Consensus stuft diesen Streitfall auf einer Eskalationsstufe von Friedrich Glasl zwischen 8 und 9 ein. Bei so hoch eskalierten Streitfällen ist ein Lösungsversuch mittels Mediation so gut wie immer aussichtslos.

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